Herr Laux, sie sind Bestatter, leiten als Nahtoderfahrener aber auch
eine Selbsthilfegruppe, die sich mit diesem Thema der
Nahtoderfahrungen beschäftigt. Wie kam es denn dazu?
Ja, also wir haben eine Selbsthilfegruppe hier in Bad Nauheim, das ist richtig und es ist eine Weiterführung
einer bestehenden oder
vormals bestehenden
Selbsthilfegruppe aus Hattersheim
Frau Sucky hat die geleitet, und hat
die aus beruflichen Gründen aufgegeben
und
ich mit meiner Partnerin waren dort
Mitglieder oder besuchten die
Selbsthilfegruppe, wobei
das Wort
"Selbsthilfegruppe"
nicht wirklich richtig ist, weil es
"Gesprächskreis" genannt wird, mit dem Hintergrund, dass für eine Selbsthilfegruppe eine Diagnose zugrunde liegen muss.
Und die hat man ja als nahtoderfahrener Mensch nicht.
Und so kam es, dass, vor anderthalb Jahren, wir entschieden haben:
Wir können das gerne hier bei uns, bei mir in den Räumlichkeiten machen,
da kann ich es zeitlich gut leisten, die Truppe zu betreuen, und wir treffen uns vier Mal
im Jahr, und
haben
bei den
Treffen immer ein loses Thema,
über das wir reden. Es kommen natürlich auch die Erfahrungen im Einzelnen zum
Tragen, das ist alles sehr frei, offen und locker gehalten, ja.
Welche Bedeutung haben solche Selbsthilfegruppen
oder Gesprächskreise aus ihrer Sicht?
Welche
Menschen kommen da?
Was sind die Motivationen, weshalb man zu so einer Gruppe kommt?
Ja, also ein Stück weit kann ich natürlich aus meiner eigenen Erfahrung sprechen, die aber nicht unbedingt re
präsentativ
ist, weil,
meine eigene Erfahrung liegt über 20 Jahre zurück, und mir selber
war es nicht unbedingt ein Bedürfnis, mich darüber auszutauschen, weil die Erfahrung ganz einfach
unglaublich war. Man hätte es nicht glauben, verstehen, annehmen können. Und ich war damit auch ganz gut im Reinen.
Durch die Gruppe, dass
die Menschen zusammenfinden, um über ihre Erfahrungen auch zu sprechen, weiß ich aber, dass
das nicht allzu oft
der Fall ist.
Dass wirklich eine Hilfestellung,
beziehungsweise der
Kontakt zu
anderen, erfahrenen
Menschen, ganz einfach sehr stark gesucht wird, weil man sich alleine vorkommt, mit dieser Erfahrung,
eben immer aus dem gleichen Grund, weil das nicht zu verstehen ist. Sie können es nicht gut ihrer Familie sagen, ohne
komische Blicke zu ernten oder in ihrem Freundeskreis oder ähnliches. Man
wird möglicherweise
eingeordnet.
Im Grunde genau das Gegenteil, ist
aber das, was es braucht, denn
dass es ganz einfach nur so angenommen und akzeptiert
wird vielleicht, wie es ist,
nämlich,
als eine Erfahrung,
die eigentlich ja im Grunde nicht sein kann. Weil
man sie auch nicht teilen kann, in dem Sinn.
Verständnis zu finden?
hinterfragt wird kritisch,
nicht in Frage gestellt wird auch, dass man sich nicht rechtfertigen muss oder irgendwie abgetan wird:
"Naja, das
hast du dir jetzt hier eingebildet." Oder so
So angenommen zu werden, eben mit dieser Erfahrung, ist für
die Menschen
wichtig.
Ab und zu langt das sogar schon,
Dass wirklich
Betroffene einmal zu einem Treffen, kommen und (merken):
Es ist okay,
ich bin jetzt hier nicht verrückt oder...
Es ist total in Ordnung, es hat jetzt
wirklich nur die Bestätigung
gefehlt, das
dass das total in Ordnung ist und das langt. Das braucht keinen Austausch, das braucht keine
Zusammenkünfte oder Beisammensein.
Anderen wiederum ist das sehr wichtig. Die,
die einen ständigen Austausch
brauchen für sich, sei es schriftlich, dann per e-mail, heute ist das ja alles gar kein Problem,
ganz frei in
Kontakt zu stehen, die auch regelmäßig zu den Treffen kommen,
die auch
in der Auseinandersetzung ganz einfach eine gewisse Stabilität
für sich selber empfinden, mit der Erfahrung in meinem Leben zuvor und jetzt dieser
neuen Erfahrung, das kann trotzdem eins sein,
aber das muss zusammenwachsen.
Von welchen Bedarf sprechen wir da? Wieviele solcher Gruppen gibt es in
Deutschland
und wie hoch schätzen Sie überhaupt die Zahl der Nahtoderfahrenen.
wird oftmals beziffert mit vier bis fünf Prozent der Bevölkerung in
Deutschland oder vielleicht in den
europäischen Industrieländern. Keine Ahnung und
da kann ich jetzt sagen, bedingt durch meinen Beruf,
dass ich sehr viel mit
Menschen zu tun habe,
die einen nahen Angehörigen verloren haben
und
das Thema wirklich sehr
präsent ist,
dass es,
ohne
dass sie
von meiner Erfahrung wissen oder
dass ich das Thema in den Raum bringe, sondern rein aus der Erfahrung,
was passiert wenn ich sterbe,
also
aus diesem Thema heraus
des öfteren schon von einer ganz,
mehr oder weniger klassischen, wenn es sowas gibt,
Nahtoderfahrung berichtet wurde: "Ja mein Bruder der hat sowas" oder
"Ich selber bin da vor fünf Jahren auch schon mal in die Situation
gekommen. Da war
das Licht und alles ganz leicht, das kann gar nicht schlimm sein wenn man stirbt."
Und wenn einem das...
- Der Bestatteralltag ist jetzt natürlich kein normaler Alltag -
...aber wenn mir das im Alltag doch passiert,
dass immer wie
der Menschen ganz frei davon reden, aber es auch so
ablegen: "
Das war halt so. Ich habe da bisher nicht darüber gesprochen. Und da kann man, braucht man nicht drüber
reden; das hat
mein Leben bereichert. Ich habe keine Angst mehr vor
dem Tod aber
das ist alles gut."
Dann - mir erschließt sich die Zahl, so dass jeder Zwanzigste - ich kann mir das durchaus vorstellen -
dass jeder zwanzigste Mensch hier in
Deutschland früher oder später eine Erfahrung hatte,
die über
die normalen Erfahrungen die man so im Leben macht, hinausgehen.
also von 5% Nahtoderfahrenen sprechen, wieviele Selbsthilfegruppen stehen dem gegenüber?
so meine Quelle, beziehungsweise der
Kontakt,
weil ich auch Mitglied bin im Netzwerk
Nahtoderfahrung
Dort sind derzeit vier Treffen in
Deutschland benannt,
wobei das in Augsburg, München, Berlin und halt eben das hier in Bad Nauheim
ist und wenn man bedenkt, wie viele
Menschen das betrifft, ist das natürlich verschwindend gering es gab
Gesprächskreise, die mittlerweile nicht mehr sind, weil es braucht halt immer noch verantwortliche Personen
und
möglicherweise ist das ein kleiner Widerspruch in sich, eine Erfahrung zu haben
und gleichzeitig sich für eine Gruppe verantwortlich zeigen auch zu wollen, mit der Motivation
mit dem organisatorischen Hintergrund und so seiner
Ausrichtung:
"Wichtig - unwichtig", die
verändert sich ja sehr stark oftmals durch die Erfahrung. Und das ist auch
ja natürl
ich bindend für eine Gruppe verantwortlich zu sein. Ich kannte das jetzt bedingt durch meine Selbstständigkeit
und
von daher ist es mir leicht gefallen. Das wäre natürlich schade gewesen,
was uns.html>dass die</a><br><a href=5c1a9c454a9dfefcc46f31d90da87434.html>dass die</a><br><a href=6c3dde708b836813edbb2f2662cf1f52.html>dass die</a>'>dass die
aus Hattersheim bestehende Gruppe sich aufgelöst hätte.
Ich verstehe die Problematik,
dass es schwierig ist, eine Gruppe zu gründen,
auch ganz einfach längerfristig zu betreuen, kann aber an der Stelle sagen, wenn
die Information vielleicht ein bisschen mehr nach außen kommt:
Selbsthilfegruppen unterstützen dies. Wenn man also in seinem Kreis zur Selbsthilf
estelle geht, jeder Kreis hat eine,
wird oft - unterliegt oftmals dem Gesundheitsamt - die haben ein sehr offenes Ohr. Die unterstützen in
der Verteilung der In
formationen, unter Umständen Stellung von Werbematerial,
Öffentlichkeitsarbeit und auch Besorgung von Räumlichkeit. Also nehmen da sehr viele
Widerstände ab, die unter Umständen erst mal "Wie soll ich das hinkriegen?" Also organisatorische Hilfe, Unterstützung bekommt man in jedem Fall von dieser Stelle
und
Vielleicht langt das dem Einen oder Anderen schon, zu sagen: "Okay wenn ich jetzt jemand im Hintergrund habe."
Der Bedarf
der Menschen,
was uns.html>dass die</a><br><a href=5c1a9c454a9dfefcc46f31d90da87434.html>dass die</a><br><a href=6c3dde708b836813edbb2f2662cf1f52.html>dass die</a>'>dass die
Gesprächsaustausch suchen, kann ich natürlich nur so ein Stück weit
erfassen, von den
Menschen, die auch tatsächl
ich kommen. Zu denen die In
formationen kommen.
Es gibt einen Gesprächskreis
und unser Einzugsgebiet ist
bestimmt im Umkreis von 50 Kilometern, dass
die Menschen kommen.
Sie haben so eine Regionalzeitung gelesen,
dass der Termin veröffentlicht wurde oder selber mal geschaut und
sind -
haben die Information bekommen,
dass es die Gruppe gibt und nehmen das dann natürlich auch gerne auf sich.
Ich selber, auch meine Partnerin, waren auch zirka 50 Kilometer weit entfernt von Hattersheim und sind - wir kannten... - wir haben uns dort kennengelernt.
Genau,
aber das war jetzt kein Thema,
die Strecke zu fahren, für das Treffen, weil
das Thema ganz einfach ja
in dem Moment auch sehr wichtig wird, ja.
Welche Themen werden in den Gruppen beispielsweise besprochen?
Es gibt natürlich
die große Schnittmenge
zur Erfahrung an sich, das heißt, wir haben gesprochen über: Wie die Erfahrung zum
Beispiel das Zeitempfinden
verändert.
Ich habe es gerade schonmal kurz angeschnitten: "Wichtig-unwichtig" gestaltet sich auf einmal ganz neu, so die Banalitäten des Alltags, die
rutschen so ein bisschen mehr in den Hintergrund und das
ja "In-Frieden-sein-zu-können", das gewinnt mehr an
Aufmerksamkeit.
Ich denke das Konsumverhalten ändert sich, was auch mal ein Thema war.
Wie die Veränderung in
zwischen
menschlichen Beziehungen ist, zum Partner, in
Kinder-, Familie-, Freundeskreis.
Auch da gibt es oftmals eine große Veränderung und
das Thema "Glauben,
Nachtodkontakte", wie die Sicht sich
verändert, bedingt durch die Erfahrung...
und noch 2, 3 mehr, aber halt, wie gesagt, Themen, die in Verbindung mit der Veränderung stehen:
"Wie war es vor der Erfahrung, wie danach?"
Eines der interessantesten
Phänomene bei Nahtoderfahrungen ist aus meiner Sicht
die Nachhaltigkeit, dass also
Menschen sich wirklich
langfristig, nachhaltig
verändert fühlen. Welche Auswirkungen hat denn das beispielsweise auf die
Partnerschaft oder auf die
religiöse Gesinnung? Kann man
da verallgemeinernd et
was sagen?
Nein, weil jede Erfahrung so individuell ist, wie
der Mensch selbst
und
auch mehr oder weniger intensiv, von Einblicken in den Tunnel, wo ein
verstorbener Mensch wahrgenommen
wurde, so die Rückmeldung,
dass alles in Ordnung ist, eine kurze Kommunikation stattgefunden hat, so eher, das, was man auch
so ganz allgemein kennt,
wenn man über
Nahtoderfahrung spricht,
bis hin,
dass sich ganz einfach das komplette Universum zerlegt hat und wieder neu
zusammengesetzt hat, in der Wahrnehmung.
Dass wirklich alle
Grenzen,
Barrieren
weggeflogen sind, dass man im Grunde hier, in seinen
Körper gehüllt, da ist, am Leben teilnehmen kann, aber auch die Wahrnehmung,
dass das
ganze Spektrum des Seins hat.
Und dazwischen ist ja, ganz klar, alles möglich. Von daher kann man nicht sagen:
"Das
verändert sich, wenn man eine Erfahrung dieser Art hat." Ich glaube,
Es gibt keine Erfahrung dieser Art. Die Schnittmenge ist ganz klar,
eine Erfahrung gemacht zu haben, die unabhängig von dem körperlichen Sein ist. Dass ein
Bewusstsein
auf einmal da ist oder was vielleicht vorher Glauben ist,
dass das in Wissen verwandelt wird:
Wenn ich sterbe, beziehungsweise wenn mein Körper nicht mehr funktioniert, ist da in jedem Fall noch etwas Anderes.
Es gibt ein Bestehen außerhalb oder
jenseits des Körpers.
Ich
kann mir vorstellen,
was uns.html>dass die</a><br><a href=5c1a9c454a9dfefcc46f31d90da87434.html>dass die</a><br><a href=6c3dde708b836813edbb2f2662cf1f52.html>dass die</a>'>dass dies die Schnittmenge ist, wo man sagen kann: "Ja mehr oder weniger intensiv
kann man eine
Nahtoderfahrung
vielleicht darauf nicht reduzieren aber zusammenfassen."
Nochmal zum Thema Partnerschaft, Familie:
Wahrscheinlich gibt es schon allgemein das Problem, dass Nahtoderfahrene über ihre Erlebnisse schlicht
und einfach nicht sprechen können.
Die alle - also eine Veränderung ist immer da, egal wie intensiv die Erfahrung war und das Nicht-darüber-reden-können, das
verändert, langfristig gesehen, sehr viel.
Ich habe mit
Menschen gesprochen - auch völlig unabhängig - habe ich kennengelernt auf einem Lehrgang,
eine Frau,
die erzählt hat, dass bei ihrer Operation, da ist irgendwie was schiefgelaufen, sie hat sehr viel Blut verloren
und dann hat sie ihre Großmutter gesehen, die ihr im Operationssaal erschien und mit der sie sprechen konnte.
Wohl wissend,
dass das nicht real passiert, aber sie eben
Kontakt hatte
außerhalb ihres Körpers denn, und
sie hat es ganz
vorsichtig angedeutet nur und dann sage ich: "Ja, kannst ruhig mehr erzählen, ich -
nicht
dass ich vertraut bin mit dem Thema -
aber dennoch es ist nicht fremd für mich."
Und sie hat dann so erzählt. Und nach Jahren, sagt sie, das erste mal
dass sie über zwei Sätze hinauskam
weil man ganz einfach nicht darüber reden kann. Wenn
Sie sagen, Sie waren gestern beim Fußballspiel, die haben 3:0 verloren, das weiß jeder, wie Sie sich gefühlt haben, weil das vielleicht jeder schon
mal erlebt hat oder ansatzweise oder übertragen.
aber da gibt es im Abgleich mit dem Selbsterfahren ganz einfach
keine Erfahrung, weil
Menschen,
die es nicht erlebt haben, und
Das war wiederum bei mir selber auch, einen sehr guten Freund damals
ich
begann, ihm
von meiner Erfahrung zu erzählen und nach zwei Sätzen hab ich gemerkt, am Blick gesehen schon, das geht nicht,
es geht ganz einfach nicht.
Ja und
von daher sind die Gesprächskreise natürlich sehr, sehr wertvoll.
Als Bestatter haben Sie ja regelmäßig mit
Menschen zu tun, die
Angehörige verloren haben,
die also mit
dem Tod
konfrontiert wurden. Also mit einem Thema, das man üblicherweise aus dem Leben ausblendet.
Was sind denn da ihre Erfahrungen? Inwieweit
verändert
sich durch ein solches Erlebnis
der Blickwinkel
der Menschen auf
das Leben selbst? Gibt es da etwas Allgemeines, was man dazu sagen kann oder sind die Reaktionen
sehr unterschiedlich?
Selbstverständlich ist es auch dort sehr unterschiedlich.
Gravierend ist natürlich
vom Unterschied her, dass wenn
ein Mensch mit hoch in den 80er oder mit über 90 Jahren verstirbt und wenn
ein leidensweg
zuvor
zu durchstehen war,
was vielleicht eher so ein normaler Prozess ist
- alte
Menschen sterben - und das
verändert natürlich nicht sehr viel. Aber wenn
junge
Menschen aus dem Leben gerissen werden, wobei man selbst, wenn ein Mensch mit 30 Jahren Bauchspeicheldrüsenkrebs
bekommt, nun innerhalb von einem Dreivierteljahr dann stirbt, das ist auch aus dem Leben gerissen zu werden,
weil ab dem Zeitpunkt der Diagnose bis
zu dem Ver
sterben ist die auf - das alte Leben, das gibt es nicht mehr. Ab dem Moment, wo feststeht:
Das ist hier eine Einbahnstraße, wir kommen hier nicht raus und die Geschwindigkeit ist dann sehr hoch, selbst bei 2, 3 Jahren.
Und das stellt natürlich sehr, sehr viel in Frage, so.
Und die
Verwunderung, kann ich sagen, und
auch Erleichterung, wenn ich mit
Menschen im Gespräch bin - ich sage nicht
dass ich eine Erfahrung hatte oder ...
Sondern ganz einfach nur,
dass ich den
Menschen einen Raum bieten kann, um auch eben genau
darüber zu reden:
Was bedeutet das eigentlich? Oder auch vielleicht die eine oder andere
Antwort oder Sichtweise mit in das Gespräch einbringen kann.
Das eröffnet
einen Raum,
wo tatsächlich offen darüber gesprochen wird. Wo auch sehr offen über den Glauben gesprochen wird, über
mehr oder weniger intensive Anbindungen zuvor, die sich lockern oder eben umgekehrt
und wir sind ganz einfach christlich geprägt, hier in
Deutschland
und
einige
lösen sich
in dem Moment ein Stück weit davon, sagen: "Wir legen keinen Wert darauf, es bietet uns jetzt hier keinen Halt." Und andere wiederum,
wo es genau umgekehrt ist, die, die
vorher eine vage Bindung hatten und auf einmal Trost darin finden. Also
Es gibt ganz klar keine allgemein gültige
Aussage. Aber
das Bedürfnis, in diesem Moment darüber zu sprechen, sich auszutauschen, das ist in jedem
Fall sehr hoch und auch die Kommunikation darüber,
in aller Offenheit,
ist - also zumindest erfahre ich es so und bekomme es auch
immer wieder im
Nachgang zurückgemeldet - sehr, sehr, sehr tröstlich.
Und ganz klar mit dem Empfinden, dass in dieser Zeit
sehr viel
Blockaden, die unter Umständen geschehen können in der Zukunft, verhindert werden im Vorfeld, in der Auseinandersetzung.
Ja, das - also ich persönlich finde es sehr schade, dass
das Thema so weit aus der
Gesellschaft entfernt ist.
Gerade
weil ich merke, wie gut es den
Menschen tut, in dieser Situation,
offen darüber sprechen zu können, ja.
Ein Thema, mit dem sich die Sterbeforschung
in letzter Zeit immer mehr beschäftigt, sind die sogenannten
Nachtodkontakte.
Man weiß, dass viele Angehörige
von Verstorbenen
das Gefühl einer Präsenz des
verstorbenen haben. Entweder zum Sterbezeitpunkt oder danach. Offenbar ist das ein
sehr häufiges Phänomen. Sind diese
Nachtodkontakte in ihren Gesprächen in den Gruppen oder mit Angehörigen auch ein Thema?
Sogar noch eher mit den Angehörigen.
Also
bei jedem ...
Wenn ich es nicht bei jedem Sterbefall benennen kann, dann nur deshalb, weil das Gespräch nicht in die Richtung ging. Aber
bei fast jedem, es wird immer irgendetwas erwähnt in Verbindung mit dem Ver
sterben eines
Menschens.
Dass irgendetwas geschehen ist, sei es
was uns.html>dass die</a><br><a href=5c1a9c454a9dfefcc46f31d90da87434.html>dass die</a><br><a href=6c3dde708b836813edbb2f2662cf1f52.html>dass die</a>'>dass die Uhr stehen
geblieben ist, sei es, dass
eine Botschaft übermittelt wurde, zu einem Kind was hunderte von Kilometer weit weg ist,
was morgens wach wird und
wusste ganz einfach Bescheid, und auch darüber hinaus.
Und
ich bin oder leite auch mit eine Trauergruppe und auch dort ist
Wochen, Monate,
zum Teil Jahre danach die Präsenz
von Verstorbenen Menschen ganz einfach deutlich spürbar. Zum Teil ist auch eine Kommunikation
möglich und also da in jedem Fall und im Bereich der Nahtoderfahrenen
sind einige in unserem Kreis, die sehr wohl berichten über die
kontakte zu
verstorbenen oder auch zu anderen
- Wesen klingt ein bisschen abgespaced -sehr wohl
menschlichen
Seelen, keine Ahnung,
Sie haben kontakte ganz einfach,
mit denen sie in Dialog treten können.
Nicht, um
die Zukunft vorherzusagen oder - man bekommt ja immer direkt Bilder was das alles bedeutet -
aber aufgrund o
der seit der Erfahrung sind sie ganz einfach
mit einer anderen Ebene nur noch ganz selbstverständlich und normal im
Kontakt.
Nahtoderfahrungen,
Nachtodkontakte
was lässt sich aus ihrer Sicht für Resümee ziehen im Hinblick auf unser Weltbild?
Was ist der Mensch?
Mehr als sein Körper?
anders geht ja sowieso nicht: Wir sind nicht unser Körper. Wir haben ihn,
Wir können ihn hier nutzen.
Das hat sich eigentlich so im Laufe der Jahre gespeist. Hauptsächlich
durch meinen Beruf, wo ich ja den Schwerpunkt habe,
dass eine Abschiednahme gut ermöglicht wird und
die Menschen ganz einfach in aller Ruhe
und in Zeit in einem angenehmen Rahmen, sich verabschieden können. Es wird auch angenommen und die Erfahrung,
die Rückmeldungen sind auch genau dort. Das ist sehr gut,
nachdem
die ersten
Minuten, die natürlich oftmals zum Teil auch dramatisch sind, dem toten Körper zu begegnen, wenn
sich die
Emotionen dann ein Stück weit legen, so von dem ersten Blick und
die Menschen gestatten sich ganz einfach,
zur Ruhe zu kommen und mit
dem
verstorbenen
Menschen
eine Viertelstunde 1, 2, 3 Stunden ganz einfach gemeinsam in einem Raum zu sein und ganz klar zu erfahren:
Wir sind nicht unser Körper. Der Körper ist ein Teil. Er liegt jetzt dort in dem Sarg. Friedlich.
Und hat im Grunde keine Wahl. Man
kann es wirklich sehr gut erfahren,
er muss beerdigt oder verbrannt werden, es ist niemand mehr zu Hause.
Und was ja gleichzeitig die nächste Frage aufwirft: Wo ist er, denn?
Wo ist dann der zweite Teil, der uns zu dem gemacht hat, was wir hier waren und
dass...
Ich persönlich habe mich irgendwann mal gefragt:
Wo kommt denn Talent her? Wenn zweijährige Kinder Dinge können, wofür andere ein ganzes Leben lang trainieren müssen?
Und ja,
das bringen wir mit, alles andere ist Käse. So jetzt von meiner persönlichen
Logik her: Wir bringen das ganz einfach mit. Und wenn wir was mitbringen, dann war ja auch zuvor etwas.
Und
wie kann dann das,
was uns eigentlich ausmacht, weg sein, wenn wir
sterben?
So
Dass wir, so wie wir sagen: "
Das ist unsere Hand." Aber unsere Hand ist ja nicht ich,
ich bin nicht meine Hand.
Und so kann man es auf den ganzen Körper übertragen.
Wir können ihn hier nutzen, wir sollten das auch tun, mit Freude am besten und
haben ihn ganz einfach irgendwann abzugeben. Und der andere Teil
existiert wo und wie auch immer. Ob das jetzt in unserem Leben wichtig ist oder nicht,
was dann passiert, ist
wenn wir uns da zu sehr reingeben, entfernt es uns
ja aus dem Hier-zu-sein. Die Zeit hier jetzt mit unserem Körper zu nutzen. Also das hat dann auch keine Logik aber
es
in der Erfahrung mit den
verstorbenen
Menschen,
gepaart mit meiner Erfahrung damals und...
ist das ein Bild,
was sich über die Jahre doch sehr stark gefestigt hat und was ich immer
und
immer wieder bestätigt bekomme und was im Grunde
absolut simpel ist, für mich persönlich. Und auch logisch. Und wenn man aufmerksam durch
die Welt geht
und sich selber auch beobachtet,
denke ich, kann man es auch sehr gut bestätigt sehen.
Herr Laux, ich wünsche ihnen viel Erfolg für ihre Arbeit. Herzlichen Dank für das Gespräch.